Verkäufer müssen sich nicht schämen

Das Image vom Beruf Verkäufer

Warum sich Verkäufer oft für ihren Beruf schämen – und warum das völlig unnötig ist

Seit vielen Jahren schule ich Verkäufer und Führungskräfte, die im Einzelhandel tätig sind und Menschen, die täglich im direkten Kontakt mit dem Kunden stehen. Dabei stelle ich in meinen Trainings immer wieder fest: Der Beruf des Verkäufers ist nicht gerade der Traumjob vieler Menschen. Gerade bei jungen Erwachsenen, die frisch in das Berufsleben einsteigen, ist der Beruf alles andere als beliebt und gilt als absolut nicht cool.

Das fängt schon damit an, wenn ich meine Teilnehmer frage: „Was lieben Sie an Ihrem Beruf und was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrer täglichen Arbeit als Verkäufer?“ Dann höre ich meist folgende Antworten:

„Ich habe nichts anderes gefunden.“
„Ich möchte das eh nicht weiter machen.“
„Ich nutze das nur als Sprungbrett für eine höhere Position.“
„Ich mache das nur vorübergehend.“

Doch weshalb hat der Beruf des Verkäufers in Deutschland so ein schlechtes Image?

Sind es die Verkäufer oder die Kunden selbst, die dafür in den vergangenen Jahrzehnten gesorgt haben? Meiner Meinung nach haben beide einen wesentlichen Teil dazu beigetragen.

Was denken denn die meisten Kunden, wenn Sie nur das Wort „Verkäufer“ hören? Verkäufer sind in der Wahrnehmung vieler Menschen:

  • dumm
  • arrogant
  • haben keine Ahnung
  • sind unfreundlich und
  • schwatzen einem eh nur was auf.

Haben wir dieses negative Image im Einzelhandel nicht auch viele Jahre perfekt bedient?

Zum Beispiel bei der Kundenansprache. Der Einzelhandel hat sich in den vergangen 15 Jahren extrem gewandelt. Ein „Kann ich Ihnen helfen?“ ist weder zeitgemäß noch zeige ich dem Kunden mit dieser Frage, dass ich ihn gerne, ehrlich und individuell beraten möchte.

In den 1980er und 1990er reichte diese Frage schon aus, um mit dem Kunden irgendwie ins Gespräch zu kommen. Danach folgten einstudierte Gesprächstechniken und der Kunde schnappte zu. Tja, so einfach ist das heute im Zeitalter des wachsenden Onlinehandels nicht mehr. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so! Denn der Anspruch an die Verkäufer wächst stetig und somit steigen auch die Herausforderungen dieses Jobs.

Umso wichtiger ist es, dass die Verkäufer ihre neuen Fähigkeiten dem Kunden endlich auch zeigen und damit konsequent Imagearbeit in eigener Sache betreiben.

Grundsätzlich ist es völlig egal, weshalb ein Verkäufer den Beruf wählt. Viel wichtiger ist es für Führungskräfte und Personalverantwortliche, ihren Mitarbeitern im Verkauf oder im Kundenkontakt die Wichtigkeit, Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dieses Berufes aufzuzeigen.

Sicherlich gibt es Menschen, die zum Verkäufer geboren werden. Es gibt aber auch welche, die diese Gabe nicht mitbringen. Hat ein Verkäufer jedoch die richtige Einstellung zur eigenen Tätigkeit, zum Kunden, zum Produkt und zu sich selbst, dann sind schon einmal die Grundlagen für eine erfolgreiche Arbeit gelegt. Noch viel wichtiger ist, dass Verkaufen dann auch richtig Spaß macht und die daraus entstehenden Erfolgserlebnisse einen weiter antreiben.

Bringt der Verkäufer die richtige Einstellung mit, geht es im Wesentlichen „nur“ noch darum, ihm sein Werkzeug für erfolgreiche Kundengespräche mit auf dem Weg zu geben. Das heißt konkret, seine Fähigkeiten zu verfeinern und ihn dauerhaft in seiner Entwicklung zu unterstützen.

 

Hat der Beruf des Verkäufers überhaupt noch Zukunft?

Ja, denn der Beruf des Verkäufers hat gerade im Hinblick auf den Onlinehandel eine immer größere Bedeutung.

Denn Verkäufer helfen Menschen weiter, indem sie für die Kunden das richtige Produkt finden. Abgesehen davon sind sie das wichtigste Bindeglied zwischen Unternehmen und dem Kunden.

Ein guter Verkäufer zu sein bedeutet vor allem:

  • professionell kommunizieren zu können
  • sich auf Menschen einzulassen und diese zu verstehen
  • mit herausfordernden Situationen wie Ladendiebstahl, Reklamationen und Kundenbeschwerden souverän umzugehen
  • Wissen über Produkte ständig zu verfeinern und zu erweitern
  • sicher im Umgang mit Kassen,- und Warenwirtschaftssystemen zu sein
  • ein Gespür für Warenpräsentation (Visual Merchandising) zu haben
  • körperlich fit genug für das ständige Stehen zu sein.

All diese Aufgaben eines guten Verkäufers sind anspruchsvoll und wichtig. Von wegen „Verkäufer stehen den ganzen Tag rum und schwatzen einem nur was auf“! . Meiner Meinung nach widerlegen moderne Verkäufer das Negativimage komplett.

Fazit:

Verkäufer ist ein spannender, abwechslungsreicher und anspruchsvoller Beruf. Ich möchte am liebsten allen zurufen: „Liebe Verkäufer, seid stolz auf euren Beruf und beweist den Kunden mit einer kompetenten und professionellen Kommunikation das Gegenteil von einem aufdringlichen und arroganten Verkäufer, der nur dafür bezahlt wird, den Kunden etwas aufzuschwatzen oder seine Provision zu kassieren!“ Denn der Verkauf kann auch positiv gesehen und vor allem gelebt werden. Jeder einzelne Verkäufer ist verantwortlich für das Image dieses Berufes.