Was ist das Erfolgsrezept, um neben dem Onlinehandel erfolgreich zu bestehen?

Spezialisierung & Leidenschaft – das Erfolgsrezept für den Einzelhandel

Joachim Saukel im Gespräch mit Rita Katharina Biermeier

Es ist das Thema des Jahres für den stationären Einzelhandel: Haben wir noch eine echte Chance gegenüber dem Onlinehandel? Um diese Frage zu beantworten, geht Rita Katharina Biermeier die Suche mit einer Gegenfrage an: Was bietet der Einzelhandel, was der Onlinehandel niemals wird bieten können?

Im Gespräch mit Joachim Saukel, Gründer und Inhaber des Fachgeschäfts “Laufsport Saukel” in der Kemptener Altstadt konzentriert sie sich auf greifbare Lösungsansätze, wie der stationäre Einzelhandel langfristig stark bleiben kann und was ihn unersetzbar macht.

Dezente Musik und das leise Surren eines Laufbandes begrüßen den Kunden bei Laufsport Saukel, sobald er die Türe öffnet. Nachdem der Anblick der ganz in natürlichem Holz gehaltenen Einrichtung seine Wirkung getan hat, begrüßt ein Mitarbeiter die neuen Gäste und bietet lächelnd Wasser und Kaffee an. Er wirkt freundlich, entspannt.

Obwohl sich das Einzelhandelsgeschäft in sogenannter B-Lage befindet, also abseits der von Touristen und Einkaufsbummlern frequentierten Straßen, kann Joachim Saukel, Inhaber von Laufsport Saukel, nicht klagen: sein Geschäft läuft.

Wie schafft es ein Laden in Zeiten, in denen Klagen über den Onlinehandel zum Alltag des stationären Einzelhandels gehören, sich von diesen Sorgen frei zu machen und stattdessen Initiativen zu ergreifen? “Man muss sich ein Konzept überlegen. Ist das, was ich anbieten möchte, schon vorhanden? Gibt es Kunden dafür? Das Konzept muss Hand und Fuß haben. Und man muss an sein Konzept glauben. Wenn du an deine Ideen nicht glaubst und da wirklich mit dem ganzen Mut das Ding angehst, dann kannst du es gleich vergessen”, erklärt Joachim Saukel Rita Katharina Biermeier von RKB Sales Trainings im Gespräch. Er selbst lebt, was er verkauft. Nicht nur, dass er als Sportler sehr aktiv ist, er bietet auch neben den Produkten im Laden zusätzliche Dienstleistungen wie ein Lauflabor, eine Laufschule sowie verschiedene Kurse und Trainings an. 

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Im nächsten Blogbeitrag gehen wir auf Strategien zur Bekanntheitssteigerung  ein – von Dienstleistungen bis hin zu Events!

Es sei die Leidenschaft, die den Erfolg brächte, meint Joachim Saukel. Einen Laden zu eröffnen, mache nur Sinn, wenn man sich spezialisiere, etwas mit Leidenschaft mache und vollkommen davon überzeugt sei. Bestätigend nickt Rita. Als erfahrene Trainerin für den stationären Einzelhandel sind ihr die liebevollen Details sofort aufgefallen, die das authentische Ambiente des Ladens ausmachen: eine angenehme Raumtemperatur von rund 21 Grad, die “Power-Bar” mit Kaffeetheke und die Kinderspielecke mit dem großen, grünen Dinosaurier-Kuscheltier. Auch die Umkleidekabinen seien sehr durchdacht, merkt sie an, mit einem Sichtschutz vor den Räumen versehen, damit der Kunde, wenn er herauskommt, nicht gleich auf dem Präsentierteller steht. “Es sind die Details, die der Kunde nicht wahrnimmt, wenn sie vorhanden sind, aber wenn sie fehlen, nimmt er es negativ wahr”, weiß Rita.

Doch neben der ansprechenden Warenpräsentation ist natürlich vor allem das Fachwissen hier von Bedeutung. Laufsport Saukel ist nicht etwa so erfolgreich, weil die Holzverkleidungen den Naturbezug der Allgäuer widerspiegeln, weil es Kaffee umsonst gibt oder weil die Auswahl besonders groß ist. Nein, es ist die intensive Fachberatung, die das Konzept einzigartig macht. “Wenn ein neuer Mitarbeiter kommt, wird er erst einmal von mir geschult. Er bekommt eine orthopädische Schulung und eine Fachschulung, was Verkaufstechniken angeht. Dann gibt es eine Weiterbildung namens “Experte Laufberatung”. Und der Rest ist Erfahrung. Wenn neue Ware kommt, dann nehmen wir jeden Schuh in die Hand, ziehen ihn an, laufen damit und analysieren uns gegenseitig und selber, um den Schuh einschätzen zu können. Und das ist das Know-how, das man in keiner Software hat: zu wissen, welcher Schuh passt zu dem Kunden”, erzählt Joachim begeistert. 

Auf dem hinteren Teil der Verkaufsfläche befindet sich das Herzstück von Laufsport Saukel: die Laufschuhe mit den zugehörigen Analysegeräten. Denn das ist der außergewöhnliche Service, mit dem sich das Geschäft ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat. Jeder Kunde bekommt auf Wunsch eine umfangreiche Analyse seines Laufstils anhand einer dynamischen Fußdruckanalyse und einer Video-Laufbandanalyse. Auch Rita lässt sich von Joachim Saukel testweise zu neuen Laufschuhen beraten. Rund eine halbe Stunde dauern die Analyse und die umfangreiche Fachberatung, in der Joachim durchgehend persönlich zur Stelle ist. Am Ende hält Rita zufrieden das passende Paar in der Hand. 

“Es ist wirklich beeindruckend”, lacht Rita, als sie den Laden verlässt, “jetzt haben wir ihn zwei Stunden lang in Anspruch genommen und er hat trotzdem die ganze Zeit jeden einzelnen Kunden wahrgenommen, begrüßt und betreut!”. Kein Wunder also, dass Laufsport Saukel von sich behaupten kann: Hier läuft’s.

Impressionen Laufsport Saukel

Interview: Joachim Saukel (Laufsport Saukel), Rita Katharina Biermeier (RKB sales trainings)

Text: Sakina Al-Mozany von Wirbelwort

Fotos: Almpixel